Mundgeruch (Halitosis)
Wie kann man Mundgeruch objektiv feststellen?
Mundgeruch-Sprechstunde in unserer Praxis
Viele Menschen haben - zu Recht oder zu Unrecht - die Sorge, Mundgeruch (andere Bezeichnungen: Halitosis, Halitose) zu haben. Da man selbst seinen eigenen Mundgeruch kaum feststellen kann und oft verständliche Hemmungen bestehen, andere nahestehende oder fremde Personen um ihr Urteil zu bitten, ist es für diese Patienten sehr wichtig, eine objektive Begutachtung ihres Mundgeruches zu erhalten.
Mit der Mundgeruch-Sprechstunde bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit, das Vorhandensein und ggf. die Intensität von Mundgeruch zweifelsfrei festzustellen und nach dessen Ursache zu forschen. Wir bedienen uns dabei verschiedener bewährter Testverfahren. Ein ausführlicher Fragebogen, den der Patient vor der Sitzung (oder möglichst bereits zu Hause) ausfüllt, ist dabei hilfreich. Um korrekte und unverfäschte Untersuchungsergebnisse zu erhalten, es wichtig, bereits einen Tag vor der Mundgeruch-Sprechstunde bestimmte Verhaltensregeln einzuhalten. Hinweise und Fragebogen für die Mundgeruch-Sprechstunde herunterladen (pdf)
Sogenannte "organoleptische" Tests beruhen auf der Wahrnehmung von Mundgeruch durch den Geruchssinn des Untersuchers. Mit standardisierten Methoden wird eine möglichst objektive Beurteilung angestrebt und die ermittelten Werte werden sorgfältig dokumentiert, um Vergleiche mit späteren Kontrollen zu ermöglichen.
Halimeter und ausgedrucktes Messprotokoll
Das Halimeter ist ein elektronisches Messgerät, das es erlaubt, die für Halitose verantwortlichen gasförmigen Verbindungen im Mund des Patienten zu messen. Das Halimeter saugt über ein Röhrchen eine Luftprobe direkt aus dem Mund des Patienten an. Der hochempfindlicher Sensor im Gerät misst die Konzentration der schwefligen Gase und zeigt den Messwert in ppb (parts per billion = Teile pro Milliarde) an. Über eine spezielle Software können diese Messwerte auch im Computer erfasst und gespeichert werden.
Auch wenn das Halimeter die zuvor genannten Testverfahren nicht ersetzen kann, ist es doch eine wertvolle Hilfe bei der objektiven Beurteilung der Halitosis. Es erlaubt auch eine Verlaufskontrolle, um mithilfe der Messwerte festzustellen, ob die Behandlung der Halitose den gewünschten Erfolg zeigt. Aus diesem Grund ist das Halimeter in unserer Praxis ein unverzichtbares Instrument für die Mundgeruch-Diagnostik geworden.
Analyse der Luft im Mund des Patienten mit dem Halimeter
Wenn die Tests und Messungen tatsächlich das Vorliegen von Halitosis bestätigen, muss zunächst die Ursache des Mundgeruchs ermittelt werden.
Wie bereits erwähnt, ist die Quelle von Mundgeruch in über 90% der Fälle in der Mundhöhle zu finden. Daher sind die Aussichten auf eine dauerhafte Beseitigung der Halitose sehr gut, wenn es gelingt, diese Ursache zu ermitteln. Zu diesem Zweck wird die ganze Mundhöhle genau inspiziert, wobei der Schwerpunkt auf folgenden Punkten liegt:
Untersuch des Zungenrückens:
Bakterielle Zungenbeläge sind die häufigste Quelle der Halitose. Daher gilt der Zunge ein besonderes Augenmerk. Anhand von Struktur, Belägen und Verfärbung kann man beurteilen, ob eine bakterielle Besiedlung der Zunge vorliegt. Spezielle Teststäbchen, die sich in Anwesenheit bestimmter Bakterien verfärben (Halitox), können bei dieser Abklärung helfen.Zahnfleisch-Probleme:
Zahnfleisch-Entzündungen (Gingivitis) werden von Bakterien verursacht, die schweflige Gase freisetzen und Mundgeruch verursachen können. Eine sorgfältige Inspektion des Zahnfleisches führt zur Erkennung dieser Probleme.Parodontal-Untersuch:
Beim Vorliegen von Parodontitis (oft auch Parodontose genannt) kommt es zu einer bakteriellen Besiedlung der Zahnfleisch-Taschen. Dabei entstehen auch gasförmige Verbindungen, die für Mundgeruch verantwortlich sein können. Mit einer gründlichen Parodontal-Untersuchung mit Messung der Zahnfleisch-Taschen und - falls erforderlich - bakteriologischem Abstrich sowie Röntgenaufnahmen kann eine eventuell vorhandene Parodontitis erkennen.Gebiss-Untersuch:
Schliesslich werden die Zähne auf Karies, schadhafte Füllungen, defekte Kronen oder Brücken untersucht. Auch eventuell vorhandene Prothesen werden einer genauen Inspektion unterzogen.Messung der Speichelfluss-Rate:
Ein zu trockener Mund begünstigt Halitosis. Bei Verdacht auf zu geringe Speichelproduktion (Xerostomie) wird daher die Speichelmenge (in Millilitern pro Minute) gemessen. Normalerweise liegt die durch Kauen angeregte Speichelfliessrate zwischen 0,7 und 2,0 ml pro Minute. Wird weniger produziert, muss nach den Ursachen geforscht werden, um eine gezielte Therapieempfehlung zu geben. Ursache für einen reduzierten Speichelfluss können Erkrankungen der Speicheldrüsen, psychische Störungen aber auch unerwünschte Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sein. Zu solchen Medikamenten gehören:- Beruhigungsmittel
- krampflösende Mittel
- Medikamente gegen Depressionen
- Antihistaminika bei Allergien
- blutdrucksenkende Medikamente
- harntreibende Arzneien
- Appetitzügler
Messung der Speichelmenge
Kapitelübersicht: Mundgeruch
- Mundgeruch Übersicht
- Welche Ursachen hat Mundgeruch?
- Wie kann man Mundgeruch feststellen (Diagnose)?
- Wie kann man Mundgeruch behandeln (Therapie)?
- Kosten einer Halitosis-Behandlung
- Fragen und Antworten zu Mundgeruch
Den gesamten bebilderten Text zum Thema Mundgeruchherunterladen:
Mundgeruch: Ein atemberaubendes Thema (pdf 2 MB, eventuell längere Ladezeit)