Mundgeruch (Halitosis)
Die Behandlung der Halitose
Bei der weitaus überwiegenden Zahl der Mundgeruch-Patienten kann durch eine Behandlung der intraoralen (im Mund gelegenen) Ursache die Halitosis effektiv behandelt werden. Die Behandung richtet sich nach dem Befund, der bei der Mundgeruch-Sprechstunde erhoben wurde.
Zungenreinigung:
Wie bereits ausgeführt wurde, liegt die Quelle des Mundgeruchs häufig in der bakteriellen Besiedlung der Zunge. Abhilfe schafft hier die tägliche intensive mechanische Reinigung der Zunge mit einem geeigneten Zungenreiniger, auf den gegebenenfalls ein desinfizierender Gelee aufgetragen werden kann. Es gibt mittlerweile Zungenschaber und -bürsten in den verschiedensten Formen, die aber nicht alle gleichermassen effektiv sind. Unsere Dentalhygienikerinnen beraten sie gerne und unterweisen Sie in der für Sie idealen Technik.Behandlung der Gingivitis bzw. Parodontitis:
Falls die Halitose durch eine bakterielle Zahnfleisch-Entzündung (Gingivitis) oder eine Parodontitis verursacht wird, ist eine gezielte Behandlung dringend angezeigt. Zunächst muss die Mundhygiene des Patienten optimiert werden. Eine Parodontalbehandlung kann nicht nur den Mundgeruch stoppen, sondern auch weitergehende Schäden am Zahnfleisch und Parodont verhindern. Da die Parodontologie einer unserer Behandlungsschwerpunkte ist, können wir im Bedarfsfall auf das ganze Spektrum der heute verfügbaren Therapiemöglichkeiten zurückgreifen, die von der konservativen Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen, ggf. mit Antibiotika und Laser, bis zur Geweberegeneration reicht. In unserem Parodontologie-Kapitel erhalten sie ausführliche Informationen über Zahnfleisch-Probleme, Parodontitis und BehandlungsoptionenBehandlung von Zahn- oder Prothesendefekten:
Unbehandelte "Löcher" (Zahnkaries), defekte Füllungen, schlecht passende Kronen, Brücken oder Zahnprothesen können bisweilen zu Mundgeruch führen. In diesem Fall ist eine Gebiss-Sanierung durch eine konservierende Behandlung mit Füllungen oder Inlays oder ein Austausch der defekten Kronen angebracht.Behandlung der Mundtrockenheit:
Wenn die Speichelflussrate zu niedrig ist, kommt es zur Mundtrockenheit (Xerostomie), welche die Entstehung von Halitose begünstigen kann. Da zahlreiche häufig verschriebene Medikamente die Speichelproduktion herabsetzen, muss zunächst zusammen mit dem behandelnden Arzt geklärt werden, ob ggf. eine niedrigere Dosierung oder eine Umstellung auf andere Wirkstoffe Abhilfe schafft. Bei leichteren Formen der Xerostomie kann die Tätigkeit der Speicheldrüsen auch z.B. durch saure Lutschbonbons stimuliert werden. Es gibt auch Medikamente, die die Speichelproduktion anregen. In schweren Fällen können Speichelersatzpräparate helfen.Mundspülungen:
Bestimmte Mundspülungen haben nachweislich einen positiven Einfluss auf Mundgeruch. Allerdings ist die Wirkung dieser Spülungen begrenzt und kann die Behandlung der Ursache nicht ersetzen. Wir empfehlen derartige Mundwässer allenfalls als Unterstützung der ursächlichen Behandlung.Überweisung zum Facharzt:
Wenn keine orale (in der Mundhöhle befindliche) Ursache des Mundgeruchs festgestellt werden kann, sollte eine gründliche Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt erfolgen. Dieser wird insbesondere die Tonsillen (Mandeln) und die Nase sowie die Nasennebenhöhlen inspizieren. Verläuft auch diese Abklärung ergebnislos, kann der Gastroenterologe abschliessend klären, ob die Halitosis eventuell durch ein Problem im Verdauungstrakt verursacht wird.
Kapitelübersicht: Mundgeruch
- Mundgeruch Übersicht
- Welche Ursachen hat Mundgeruch?
- Wie kann man Mundgeruch feststellen (Diagnose)?
- Wie kann man Mundgeruch behandeln (Therapie)?
- Kosten einer Halitosis-Behandlung
- Fragen und Antworten zu Mundgeruch
Den gesamten bebilderten Text zum Thema Mundgeruchherunterladen:
Mundgeruch: Ein atemberaubendes Thema (pdf 2 MB, eventuell längere Ladezeit)