Implantate
Inhaltsangabe
Themen auf dieser Seite:
Zahnloser Kiefer und totale Sanierung mit Implantaten
Der Verlust aller eigener Zähne bedeutete früher unausweichlich das Tragen einer Vollprothese mit allen damit verbundenen Folgen: Druckstellen, häufig schlechter Prothesenhalt, speziell im Unterkiefer, verminderte Kauleistung, Geschmacksbeeinträchtigung, manchmal Würgereiz oder gestörte Aussprache.
Ausserdem bewirkt die Druckbelastung der Prothese einen beschleunigten Rückgang des Kieferknochens (Knochenschwund, auch Atrophie genannt) und damit eine weitere Verschlechterung des Prothesensitzes. Schlecht sitzende Prothesen stützen die Gesichtsweichteile, vor allem die Lippen, schlecht ab, was die Patienten älter aussehen lässt und Faltenbildung der eingefallenen Hautpartien begünstigt. Doch auch die psychologische Wirkung ist nicht zu unterschätzen, da die Vollprothese für viele Menschen das Alter symbolisiert.
Mit Zahnimplantaten sind wir heute in der Lage, diesen Teufelskreis zu durchbrechen: Bereits 2-4 Implantate und darauf montierte Druckknöpfe oder anderen Halteelemente geben einer Totalprothese stabilen Halt. Mit aufwendigeren Konstruktionen ist es heute sogar in den meisten Fällen möglich, festsitzende Brücken in zahnlosen Kiefern zu verankern: Der alte Traum "feste dritte Zähne" ist inzwischen Realität geworden und gibt vielen Menschen ein wichtiges Stück Lebensqualität zurück.

Sichtbar mehr Lebensqualität:
57-jährige zahnlose Patientin vor und nach Eingliederung von festsitzendem Zahnersatz auf Implantaten: Die gute Abstützung der Lippen und Wangen strafft die Haut und verleiht ein deutlich jüngeres Aussehen.
Seit vielen Jahren liegt ein wichtiger Kompetenz-Schwerpunkt unserer Tätigkeit in der Rehabilitierung zahnloser Patienten sowie der Totalsanierung von solchen Patienten, bei denen alle Zähne entfernt werden müssen. Nachfolgend geben wir Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten bei uns angewandten Methoden für herausnehmbaren und festsitzenden Zahnersatz im zahnlosen Kiefer.
Herausnehmbarer Zahnersatz auf Implantaten
Dies ist die einfachste und oft auch kostengünstigste Variante der Implantatbehandlung zahnloser Patienten. Sie bieten sich vor allem für diejenigen Patienten an, die schon eine Prothese tragen, aber mit dem Prothesenhalt unzufrieden sind. Bei starkem Knochenschwund der Kiefer - nach jahrelangem Tragen von Vollprothesen - ist manchmal eine herausnehmbare implantat-gestützte Prothese einer festsitzenden Konstruktion vorzuziehen. Auf die in den Kiefer eingebrachten Dentalimplantate werden Halteelemente (Druckknöpfe oder Steg) verschraubt, auf denen dann die Prothese sicher einrastet und festen Sitz findet.
Druckknopf-Anker und Steg geben der Prothese einen festen Halt
Die Locator®-Halteelemente sind spezielle Druckknöpfe, mit denen wir die Haftkraft präzise auf die Bedürfnisse des Patienten einstellen können. Wenn der Halt der Prothese einmal nachlässt, kann mann die Locator-Einsätze in der Prothese in wenigen Minuten austauschen.
Natürlich muss die Prothese auch weiterhin nach den Mahlzeiten herausgenommen und gereinigt werden. Der feste Halt verschafft den Patienten jedoch ein gutes Sicherheitsgefühl und im Vergleich zur normalen Vollprothese viel mehr Kaukomfort. Im Unterkiefer braucht es dazu mindestens zwei Implantate, die mit je einem Druckknopf versorgt werden. Wir bevorzugen jedoch Druckknopf-Konstruktionen mit drei Implantaten, weil die Prothese bei einer Dreipunkt-Verankerung deutlich stabiler sitzt und auch beim Abbeissen mit den Schneidezähnen nicht wackelt oder kippt.
Eine Alternative ist das Einsetzen von vier Implantaten, die mit einem Steg aus Edelmetall oder Titan verbunden werden. Die Prothese rastet dann mit grosser Präzision auf dem Steg ein. Der Vorteil der Stegprothese ist die sofortige Belastbarkeit: Bereits einen Tag nach der Implantation bekommt der Patient die Prothese ausgehändigt und kann sofort normal damit kauen, die mühsame Einheilzeit entfällt. Im Oberkiefer empfehlen wir für die herausnehmbare Prothetik keine Druckknöpfe, sondern Stegprothesen auf 4-6 Implantaten, meistens ist jedoch eine festsitzende Versorgung mit einer Implantatbrücke vorteilhafter.
Fallbeispiel I aus unserer Praxis
Herausnehmbarer Zahnersatz auf Implantaten.
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55-jähriger Patient nach Totalsanierung mit 4 Implantaten im Unterkiefer und stegverankerter herausnehmbarer Prothese. Der feste Halt des Zahnersatzes gewährleistet guten Kaukomfort.
Fallbeispiel II aus unserer Praxis
Herausnehmbarer Zahnersatz auf Implantaten.
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Diese 39-jährige Patientin, ein ehemaliges Fotomodell, hatte sich vor mehreren Jahren in Osteuropa einer Zahnsanierung unterzogen. Dabei wurden alle Zähne überkront. Die Arbeit wurde leider so schlecht ausgeführt, dass eine massive Parodontitis und Karies unter den Kronen die Folge war. Als sich die Patienten bei uns vorstellte, litt sie an massiven Depressionen, da sie sich schämte, ihre Zähne in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Alle Oberkieferzähne mussten entfernt werden. Aufgrund des erheblichen Knochenverlustes haben wir uns für in diesem Fall für eine Stegprothese auf 8 Implantaten entschieden. Extraktionen, Knochenaufbau und Implantation wurden in Vollnarkose gleichzeitig ausgeführt
Nach der erfolgreichen Rehabilitation: Die Patienten hat ihr Lächeln wiederentdeckt und ihre Depressionen überwunden.
Festsitzende Implantat-Brücken im zahnlosen Kiefer
Immer mehr Patienten wünschen heute eine Implantatversorgung, die ohne herausnehmbare Prothesen auskommt und "feste Zähne" schafft, die im Aussehen und Gefühl natürlichen Zähnen gleichkommen. Bislang waren solche Totalsanierungen mit Zahnimplantaten aber extrem aufwändig, da pro Kiefer 6-8, manchmal sogar 10 Implantate eingesetzt wurden und oft zusätzlich noch ein Knochenaufbau erforderlich war. Dies bedeutete für den Patienten sehr hohe Kosten, die für viele ausserhalb der finanziellen Reichweite lagen. Ausserdem betrugen die Behandlungszeiten oft bis zu 12 Monate bis zur Fertigstellung der Brücke, mit monatelangen mühsamen Einheilphasen, die mit herausnehmbaren Vollprothesen überbrückt werden mussten.
Dank der Fortschritte der modernen Implantologie können wir heute unseren Patienten Lösungen anbieten, die wesentlich zeitsparender und komfortabler, sicherer und weniger kostenintensiv sind.
Die All-On-Four-Methode erlaubt es, mit nur vier Implantaten pro Kiefer festsitzenden Zahnersatz als Sofortversorgung zu realisieren. Die hinteren Implantate werden mit einer Neigung von 30-45 Grad abgewinkelt eingesetzt. So kann man in der Regel ohne Knochenaufbau auskommen und vermeidet kritische anatomische Strukturen wie z.B. die Kieferhöhle im Oberkiefer und den Gefühlsnerv im Unterkiefer.
Nach dem Einbringen der 4 Implantate (noch vorhandene Zähne können in der gleichen Operation entfernt werden), wird eine zuvor angefertigte provisorische Brücke fest auf den Implantaten verschraubt. Der Patient verlässt unsere Praxis mit festen belastungsfähigen Zähnen. Etwa drei Monate später wird dann die endgültige Brücke angefertigt.
Alle wissenschaftlichen Studien haben übereinstimmend eine sehr hohe Erfolgsquote für Implantatbrücken nach der All-On-4-Technik ergeben. All-On-4 Brücken sind genauso langlebig und verlässlich wie Konstruktionen mit sechs oder mehr Implantaten. Überdies können wir die für den Patienten belastenden und nicht risikolosen Knochenaufbauten vermeiden und Behandlungszeiten und -kosten deutlich reduzieren. Aus den genannten Gründen bevorzugen wir die All-On-Four-Methode für Totalsanierungen mit Implantaten.
Bei extremem Knochenschwund im Oberkiefer, z.B. nach jahrzehntelangem Tragen einer Totalprothese, ist manchmal überhaupt kein Knochen mehr vorhanden und eine normale Implantation damit unmöglich. Als vorteilhafte Alternative zu einer umfangreichen Knochentransplantation bietet sich hier das Zygoma-Implantat an.
Fallbeispiel I aus unserer Praxis
All-On-Four Methode.
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43-jähriger Mann mit fortgeschrittener schwerer Parodontitis. Aus Angst hatte der Patient die Behandlung jahrelang hinausgezögert. Als er uns schliesslich konsultierte, waren zahlreiche Zähne beweglich. Der Patient litt unter starken chronischen Schmerzen und hatte gravierende psychologische Probleme. Die Untersuchung ergab, dass es bereits zu einem sehr ausgeprägten Knochenverlust gekommen war. Alle Zähne mussten entfernt werden. Der aus dem Ausland angereiste Patient wünschte eine Totalsanierung in Vollnarkose. Als in der Öffentlichkeit tätige Person war er an einer möglichst kurzen Behandlungsdauer interessiert und wünschte, von Anfang an "feste Zähne" zu haben.
In einer Operation in Vollnarkose wurden sämtliche Zähne entfernt und im Ober- und Unterkiefer sofort je 4 Implantate nach der All-On-4 Methode eingesetzt. Durch die spezielle Vorgehensweise bei diesem Verfahren konnten wir trotz des Knochenverlustes auf grosse Knochenaufbauten oder Transplantationen verzichten. Dies ermöglicht eine Sofortbelastung der Implantate mit festem Zahnersatz am Tag nach der Operation und erspart dem Patienten monatelange Wartezeiten mit herausnehmbaren Provisorien.
Fallbeispiel II aus unserer Praxis
All-On-Four Methode.
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Fortgeschrittene Parodontitis führte bei dieser 49-jährigen Patientin zu Zahnwanderung: Die gelockerten Zähne wurden durch die Kaubelastung fächerförmig auseinandergedrückt. Die oberen Bilder zeigen die Situation vor der Behandlung. Die Patientin, die viel Wert auf gepflegtes Aussehen legt, war verständlicherweise unglücklich mit ihrer Situation und wünschte eine Komplettsanierung. In einem Eingriff in Narkose haben wir die Oberkiefer-Zähne entfernt und gleichzeitig vier Implantate nach dem All-On-Four-Behandlungsschema eingesetzt. Am Tag nach der Operation erhielt die Patientin ein festes Provisorium, das auf den Implantaten verschraubt wurde (Sofortversorgung). Im Unterkiefer konnten wir die meisten Zähne durch eine Parodontitis-Behandlung retten, hier war nur ein Implantat notwendig. Die unteren Bilder zeigen die Patientin mit dem definitiven Zahnersatz drei Monate nach der Operation.
Fallbeispiel III aus unserer Praxis
8 Implantate im Oberkiefer
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Die Fallbeispiele I und II zeigen die All-On-Four-Methode mit einer festen Brücke auf vier Implantaten. In besonders anspruchsvollen Fällen kann es aber manchmal vorteilhaft sein, den Kiefer nicht mit einem aus einem Stück bestehenden Zahnersatz zu versorgen, sondern einzelne, getrennte Implantat-Brücken aus Keramik zu realisieren. Bei diesem sehr aufwendigen Vorgehen müssen im Oberkiefer in der Regel acht Implantate eingesetzt werden, im Unterkiefer reichen meist sechs Implantate aus. Angestrebt wird von uns in jedem Fall eine festsitzende Sofortversorgung (Sofortbelastung) im Bereich der vorderen Implantate, um dem Patienten eine mühsame mehrmonatige Einheilphase mit herausnehmbaren provisorischen Prothesen zu ersparen.
Diese 65-jährige Frau konsultierte unsere Praxis, da sie die 20 Jahre alten Brücken im Oberkiefer zunehmend als ästhetisch unbefriedigend empfand. Bei der Befundaufnahme zeigte sich, dass die Zahnsubstanz unter den Brücken durch Karies stark geschädigt war. Die Prognose der Stiftzähne unter den Kronen war so schlecht, dass eine Neuanfertigung der Brücken auf den bestehenden Zähnen nicht mehr ratsam erschien. Die Patientin entschied sich daraufhin für eine Totalsanierung mit Extraktion (Ziehen) aller Oberkiefer-Zähne und Neuversorgung mit 8 Implantaten und 4 separaten Keramikbrücken. Für die Sanierung des Unterkiefers planten wir 3 Implantate und eine Restaurierung aller Zähne mit Einzelkronen aus Vollkeramik.
Zunächst erfolgte eine sorgfältige Fallplanung anhand von Röntgenaufnahmen, Modellen und Fotos. Eine Computertomographie (DVT) ermöglichte eine dreidimensionale Analyse des Kieferknochens und eine virtuelle Simulation der Implantation am Computer.
Die Operation wurde in Vollnarkose vorgenommen: Gleichzeitig mit der Entfernung der Zähne konnten wir acht stabile Implantate im Oberkiefer platzieren, beim hinteren rechten Implantat war ein Knochenaufbau (Sinuslift) erforderlich. Ausserdem führten wir einen Zahnfleischaufbau mit einem Zahnfleisch-Transplantat durch, um die Schleimhaut um die Implantate zu verstärken und einem Zahnfleischrückgang vorzubeugen. Am Ende des Eingriffs wurde eine vorgefertigte provisorische Brücke fest auf den vorderen sechs Implantaten verschraubt, während die beiden hinteren Implantare unbelastet einheilten.
Nach sechs Monaten waren die Implantate fest im Knochen eingeheilt, so dass wir die definitive Versorgung realisieren konnten. Nach Abdrucknahme wurden im zahntechnischen Labor individuell gefertigte Keramik-Pfosten ("Abutments") auf den Oberkiefer-Implantaten verschraubt. Auf diese Keramik-Abutments haben wir dann die vier getrennten Brücken aus metallfreier Vollkeramik zementiert.
Kapitelübersicht: Implantate
- Implantate Übersicht
- Was ist ein Implantat?
- Einzelzahnimplantat
- Implantate im zahnlosen Kiefer
- Knochenaufbauten
- Neue chirurgische Verfahren
- Sofortimplantate
- Risiken und Komplikationen bei Dental-Implantaten
- Kosten und Garantie bei Implantat-Behandlungen
- Fragen und Antworten zu Zahnimplantaten
Den gesamten bebilderten Text Mehr Lebensqualität mit Zahnimplantaten herunterladen:
Mehr Lebensqualität mit Zahnimplantaten (pdf 2 MB, eventuell längere Ladezeit)

































