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Implantate

Knochenaufbau

Inhaltsangabe

Themen auf dieser Seite:

  1. Knochenaufbauverfahren
  2. Sinuslift (Sinusbodenelevation)

Nicht selten ist der Kieferknochen durch Knochenschwund (Atrophie) in Höhe oder Breite reduziert, so dass die vorhandene Knochensubstanz nicht ausreicht, um die Implantate sicher aufzunehmen. Will man dennoch implantieren, so wird ein Knochenaufbau (Augmentation) notwendig, der vorgängig oder gleichzeitig mit der Implantation durchgeführt wird. Als Aufbaumaterial kommt eigener Knochen und Knochenersatzmaterial in Frage.

Das beste Aufbaumaterial ist immer noch körpereigener Knochen, der z.B. im Bereich des Kieferwinkels oder Kinns entnommen und transplantiert (verpflanzt) wird. Nur bei sehr ausgedehnten Aufbauten ist eine Knochenentnahme ausserhalb des Mundes, etwa aus dem Beckenknochen, erforderlich.

Mögliche Knochenentnahmestellen im Mund

Die rot bezeichneten Flächen entsprechen den möglichen Knochenentnahmestellen im Mund: Kinn, Unterkieferwinkel, aufsteigender Unterkieferast und der Tuber im hinteren Oberkiefer.

Die entnommenen Knochenstücke werden als Blocks mit kleinen Titanschrauben am aufzubauenden Kieferabschnitt fixiert oder aber gemahlen und als Knochengranulat mit einer speziellen Membran (z.B. BioGide®) abgedeckt. Nach ca. 6 Monaten ist das Knochentransplantat eingeheilt und die Zahnimplantate können gesetzt werden.

Auswahl von Knochenersatzmaterialien, als Granulat oder Block

Knochenersatzmaterialien und Membranen: Künstlicher Knochen (hier Biooss®) ist als Granulat in verschiedenen Korngrössen oder als Block erhältlich.


Schemazeichnung - chronologischer Verlauf der Knochenaugmentation

Knochenaugmentation mit Membran (GBR):
Links: Knochenersatzmaterial (Biooss®) ist mit einer Kollagenmembran (Biogide®) abgedeckt.
Mitte: Nach ca. 8 Wochen sind Blutgefässe und knochenbildende Zellen in den künstlichen Knochen eingewachsen
Rechts: Nach mehreren Monaten hat sich die Membran aufgelöst, das Fremdmaterial ist vollständig von neu gebildetem eigenem Knochen ersetzt.

Der Knochenaufbau mittels Membranen wird auch als GBR (Guided Bone Regeneration = Geführte Knochenregeneration) oder GTR (Guided Tissue Regeneration = Geführte Geweberegeneration) bezeichnet. BioGide® ist beispielsweise eine Membran aus Kollagen, die sich selbst auflöst und daher nicht entfernt werden muss.

Auch Knochenersatzmaterial (z.B. BioOss®) synthetischen oder natürlichen Ursprungs kann bei kleineren Defekten Anwendung finden. "Künstlicher Knochen" wird im Laufe von 6-12 Monaten vom eigenen Knochen durchwachsen und allmählich ersetzt. Vorteil: Die Verwendung von Knochenersatzmaterial macht die Entnahme von Eigenknochen oft überflüssig. Künstlicher und eigener Knochen können auch gemischt verwendet werden.

Schemazeichnung Knochentransplantation - Knochenaufbau mit Blocktransplantat Schemazeichnung Knochentransplantation - Anbringen der Implantatsschraube Schemazeichnung Knochentransplantation - Kleinere Knochendefekte werden mit Knochengranulat oder- ersatzmaterial aufgefüllt Schemazeichnung Knochentransplantation - Endresultat

Zu schmaler Kieferkamm: Vor der Implantation wird der Knochen mit einem Blocktransplantat aufgebaut (1). Kleinere Knochendefekte werden während der Implantation mit Knochengranulat oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt (2-4).

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Sinuslift (Sinusbodenelevation)

Eine besondere Art des Knochenaufbaus ist der Sinuslift: Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich führt die grosse luftgefüllte Kieferhöhle oft zu einer unzureichenden Knochenhöhe, was eine einfache Implantation in diesem Bereich häufig unmöglich macht. Hier schafft ein Knochenaufbau nach dem Sinuslift-Verfahren Abhilfe: Über einen operativen Zugang vom Munde her wird der Kieferhöhlenboden dargestellt und die bedeckende Schleimhautmembran vorsichtig angehoben. Der entstehende Hohlraum wird mit Eigenknochen-Granulat und/oder Knocheneratzmaterial aufgefüllt. Ist noch eine gewisse Höhe an Eigenknochen vorhanden, so können die Implantate zeitgleich mit der Sinusliftoperation eingebracht werden. Bei sehr geringem Knochenangebot wird zunächst nur der Knochen aufgebaut und sechs Monate danach in den aufgebauten Knochen implantiert.

Sehen Sie hier in der Video-Simulation (1 MB) wie das Sinuslift-Verfahren abläuft.

Zum Ansehen benötigen Sie den Adobe Flash Player.

Sinuslift mit gleichzeitiger Implantation Querschnitt Oberkiefer - Eingebrachtes Knochenmaterial Querschnitt Oberkiefer - Das Ersatzmaterial wird allmählich vom eigenen Knochen ersetzt

Sinuslift mit gleichzeitiger Implantation. Das eingebrachte Knochenersatzmaterial wird innerhalb von 6-9 Monaten allmählich vom eigenen Knochen ersetzt.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben mittlerweile zweifelsfrei erwiesen, dass bei der Sinusbodenelevation (Sinuslift) Knochenersatzmaterialien die gleichen guten Ergebnisse bringen wie Eigenknochen. Aus diesem Grund verwenden wir beim Sinuslift ausschliesslich BioOss® und ersparen damit unseren Patienten die Entnahme von eigenem Knochen.

Der Sinuslift ist heute eine Routineoperation, die in kundiger Hand voraussagbare gute Ergebnisse bringt. Allerdings bedeuten das Freilegen und die Fensterung der seitlichen Kieferhöhlenwand ein nicht unerhebliches Operationstrauma für den Patienten. In letzter Zeit versucht man deshalb, den Eingriff durch Einsatz neuer Technik minimalinvasiv zu gestalten. Bei der ballonassistierten Sinusbodenelevation (System Balloon-Lift-Control)wird über einen kleinen Zugang an der Stelle der geplanten Implantation ein Ballon unter die Kieferhöhlenschleimhaut eingebracht und vorsichtig mit Flüssigkeit gefüllt. Durch den Druck des Ballons wird die Schleimhaut der Kieferhöhle schonend angehoben. Mit einem Endoskop wird dabei die Kieferhöhle kontrolliert (Sinuskopie). Ist das gewünschte Volumen erreicht, wird der Ballon geleert und entfernt und über den Zugang Knochenersatzmaterial in den entstandenen Hohlraum eingefüllt.

Dieser minimalinvasive Sinuslift belastet den Patienten kaum und minimiert das Risiko einer Infektion nach dem Eingriff. Aus diesem Grund wenden wir dieses schonende Verfahren in geeigneten Fällen an.

Trotz aller Fortschritte sind Knochenaufbauten immer mit gewissen Risiken behaftet. So kann z.B. das Knochentransplantat durch eine Wundinfektion verloren gehen. Aus diesem Grund versuchen wir heute, ohne grössere Knochenaufbauten auszukommen, falls dies möglich ist. Neue Verfahren helfen uns dabei: Durch dreidimensionale Röntgendarstellung und computergeführte Implantation können wir den vorhandenen Knochen des Patienten optimal auszunützen und mit innovativen Methoden wie All-On-Four und Zygoma-Implantate oft ganz auf Knochentransplantate verzichten.

Ballonassistierter Sinuslift - Der eingeführte Ballon hebt die Knochenschleimhaut Ballonassistierter Sinuslift - Nach Entfernung des Ballons bleibt ein Hohlraum Ballonassistierter Sinuslift - Mit Knochenersatzmaterial befüllter Hohlraum

Der Ballon wird aufgepumpt und hebt die Kieferhöhlenschleimhaut an.

Nach der Entfernung des entleerten Ballons bleibt ein Hohlraum zurück

Der Hohlraum wird mit Knochenersatzmaterial gefüllt

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