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Behandlung von Angstpatienten

Inhaltsangabe

Auf dieser Seite haben wir Ihnen wichtige Informationen zum Thema Behandlung von Angstpatienten, Dentophobie und unsere Strategien gegen die Zahnarztangst zusammengestellt.

  1. Erläuterung
  2. Ursachen der Zahnarztangst
  3. Folgen der Dentophobie
  4. Unsere Strategie gegen Zahnarztangst
  5. Fallbeispiel aus unserer Praxis
  6. Lachgas-Analgesie
  7. Andere Sedierungsmittel
  8. Vollnarkose

Weitere und ausführlichere Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite, die sich speziell dem Thema Zahnarztangst widmet:
www.dentophobie.ch

Zahnarztangst - Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Tätigkeit

Gemälde von Munch: Der Schrei

Edward Munch: Der Schrei

Angst vor der Zahnbehandlung ist ein weit verbreitetes Problem. Auch wenn der überwiegende Teil der Bevölkerung regelmäßig einen Zahnarzt aufsucht, leiden doch 5 - 10% unter einer so starken Angst, dass sie den Weg in die Zahnarztpraxis erst dann finden, wenn die Zahnschmerzen unerträglich geworden sind.

Diese ausgeprägte Form der Zahnbehandlungsangst wird Oralophobie oder Dentophobie genannt. Symptome sind bei zahnärztlichen Behandlungen auftretendes Herzrasen, Zittern, Schweissausbrüche, Würgereiz, Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps.

Wenn auch nur eine Minderheit der Patienten von dieser extremen Form der Zahnarztangst betroffen ist, so empfinden doch nach Umfragen etwa 70% der Gesamtbevölkerung deutliche Angst beim Zahnarztbesuch.

 

 

Ursachen der Dentophobie können sein:

  • Traumatisierende Erlebnisse in der Kindheit und Jugend
  • Furchterregende Erzählungen anderer (oft der eigenen Eltern)
  • Allgemein Furcht vor Schmerz
  • Spritzenangst - Spritzenphobie (Angst vor der Betäubungs-Spritze)
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Scham über Zustand der eigenen Zähne
  • Starker Würgereiz oder Brechreiz bei Zahnbehandlungen (z.B. Abdrücke)
  • Generalisierte (allgemeine) Phobien, Psychosen und Ängste

Oft kann man auch gar keine Ursache für die Dentophobie ermitteln, es handelt sich dann um eine "angeborene Urangst" , die man z.B. mit der weit verbreiteten Angst vor Spinnen vergleichen kann.

Mögliche Folgen der Dentophobie:

Für die Zahngesundheit und das Allgemeinbefinden kann die Vermeidung des Zahnarztbesuches wegen Zahnarztangst oft verheerende Folgen haben. Entzündungen und Schmerzen an Zähnen, Zahnfleisch und Kieferknochen können Kau- und Verdauungsfunktionen beeinträchtigen. Aber auch das Aussehen leidet und viele Angstpatienten schämen sich wegen Ihren schlechten Zähnen und dem Mundgeruch, den diese verursachen. Das oft schon angeschlagene Selbstbewusstsein der Patienten erleidet so weiteren Schaden. Oftmals wagen sie nicht einmal, über Ihre Ängste zu reden, weil Sie in der Vergangenheit von Bekannten oder sogar vom Zahnarzt deswegen ausgelacht worden sind. So entsteht ein Teufelskreis, der alles nur noch schlimmer macht.

 

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Unsere Strategie gegen Zahnarztangst:

Schonende Behandlung - Schmerzlose Betäubung

Eine stressfreie, entspannte Atmosphäre vor, während und nach der Behandlung ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Dazu gehört die Vermeidung unnötiger Wartezeiten, eine vielseitige und interessante Lektüre im Wartezimmer,angenehme, dezente Musik in den hellen, modernen Behandlungsräumen, in denen man den typischen "Zahnarztgeruch" vergeblich sucht.

Bei Patienten, die an Dentophobie leiden, wird das erste Beratungsgespräch nicht im Behandlungszimmer, sondern in einem "neutralen" Besprechungsraum ganz ohne zahnärztliche Gerätschaften geführt.

Entscheidend ist natürlich eine schmerzfreie, schonende Behandlungstechnik. So verzichten wir z.B. bei der Behandlung einzelner Zähne (z.B. Füllungen, Kronen etc.) auf die traditionelle Injektion mit der Betäubungsspritze. Statt dessen wird der Zahn mit der modernen intraligamentären (Peripress-) Technik betäubt. Gerade für Patienten mit Spritzen-Angst ist das ein grosser Vorteil:

  • Kein Nadelstich mehr durch die Schleimhaut
  • Praktisch schmerzfreie Applikation
  • Sofortiger Wirkungseintritt
  • Keine Betäubung der Lippe, Wange oder Zunge

Das von vielen gefürchtete Bohrer-Geräusch kann durch speziell abschirmende Kopfhörer mit einem vielseitigen Musikangebot fast völlig eliminiert werden

Unser Ziel: Behandlung ohne Angst und Stress

Bei vielen Patienten reichen diese allgemeinen Massnahmen jedoch nicht aus, um die in vielen Jahren angestaute Furcht zu überwinden. Trotz positiver Erfahrungen ("tut ja wirklich nicht mehr weh") verliert der Albtraum Zahnarzt nur wenig von seinem Schrecken.

Daher verfügt unsere Praxis über Einrichtungen, die eine angstfreie und entspannte Behandlung auch in schwierigen Fällen ermöglichen.

Bei Dentophobie-Patienten ist es stets unser wichtigstes Ziel, die Angst vorm Zahnarzt schrittweise abzubauen. Dies gelingt nur mit durch den Aufbau eines intakten Vertrauensverhältnisses zwischen Patient und Zahnarzt. Am Ende der Behandlung sollten nicht nur die Zähne des Patienten saniert, sondern auch seine Psyche soweit gefestigt sein, dass er in der Lage ist, eine Zahnbehandlung ganz normal und angstfrei zu absolvieren. Aus hunderten von erfolgreich behandelten Fällen wissen wir, dass dieses Ziel erreichbar ist. Aufschlussreich ist in diesm Zusammenhang der Erfahrungsbericht eines ehemaligen Angstpatienten.

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Fallbeispiel aus unserer Praxis

Gebiss eines Angstpatienten vor der Behandlung Nach Behandlungen mit Lachgas Sanierte Zähne eines Angstpatienten

Dieser 27-jährige Mann litt aufgrund traumatischer Kindheitserlebnisse an extremer Dentophobie. Seit über 10 Jahren hatte er nicht mehr den Mut gehabt, einen Zahnarzt aufzusuchen.

Als er sich in unserer Praxis vorstellte, plagten ihn starke Schmerzen: Tiefgreifende Karies hatte seine Zähne schon teilweise zerstört und entstellt, was auch zu einer sozialen Isolation geführt hatte. Die erforderliche Totalsanierung erfolgte unter Lachgas, auf das der Patient sehr gut ansprach: Die anfängliche Furcht vor den teilweise langen Behandlungssitzungen legte sich zusehends. Die letzten Behandlungen konnten wir sogar ganz ohne Lachgas durchführen.

Heute hat der Patient seine Zahnarztangst vollständig überwunden und wird in unserer Praxis ganz normal behandelt.

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Lachgas-Analgesie - die Renaissance einer bewährten Methode

Die analgetische (schmerzstillende) und sedierende (beruhigende) Wirkung von Lachgas (chemisch N2O, Distickstoffmonoxid, Stickoxydul) wurde bereits im 19. Jahrhundert entdeckt. Seitdem wird es millionenfach als Narkosemittel angewandt. Stand in der Zahnmedizin vor der routinemässigen Einführung der Lokalanästhesie eher die analgetische Wirkung des Lachgases im Vordergrund, so ist es heute seine sedierende anxiolytische (angstlösende) Eigenschaft, die es zu einem hervorragenden Hilfsmittel bei der Behandlung ängstlicher Patienten macht. In den USA und in vielen anderen Ländern (England, Australien, Skandinavien) wenden über 50% aller Zahnärzte Lachgas routinemässig an.

Wie wirkt Lachgas?

Behandlung mit Lachgas

Völlig entspannt mit Lachgas: Dr. Schulte behandelt eine Angstpatientin

Über eine kleine Nasenmaske wird ein Gemisch aus Sauerstoff und Lachgas verabreicht. Bereits nach wenigen Atemzügen beginnt die Wirkung: von einem Gefühl der Leichtigkeit und Entspannung gelangt der Patient in einen angenehmen Trancezustand. Er ist jederzeit ansprechbar und Herr seiner Sinne, verspürt aber das Bedürfnis, die Augen zu schliessen. Angst und Verspannung weichen einem beruhigenden Geborgenheitsgefühl. Der Spezial-Kopfhörer dämpft die unangenehmen Behandlungsgeräusche. Eine suggestive Beruhigungsmusik unterstützt und verstärkt den hypnotischen Effekt des Lachgases. Der Patient kann innerlich völlig loslassen und angenehmen Gedanken nachgehen. Die Zeit vergeht dabei oft wie im Fluge.

Gleichzeitig mit der Angst nimmt auch die Schmerzempfindlichkeit stark ab. Das Setzen einer Betäubungsspritze im Mund, für Patienten mit Spritzen-Angst sonst eher ein Alptraum, wird praktisch nicht mehr wahrgenommen. Auch der für viele Angstpatienten typische extreme Würgereiz (z.B. bei der Abdrucknahme) und starke Schluckreflexe, die eine zahnärztliche Behandlung oft erschweren, sind unter Lachgas fast völlig aufgehoben.

Dabei kann der Zahnarzt über das variable Mischungsverhältnis Sauerstoff - Lachgas die Intensität der Sedierung verändern und individuell auf den Patienten abstellen. Nach Ende der Behandlung atmet der Patient noch ca. fünf Minuten reinen Sauerstoff. Danach ist die Wirkung des Lachgases vollständig aufgehoben, der Patient kann die Praxis alleine und mit klarem Kopf verlassen. Diese optimale Steuerbarkeit stellt einen entscheidenden Vorteil der Lachgasanalgesie im Vergleich zu anderen Sedierungsverfahren (oral oder intravenös) dar.

Artikel: Lachgas - ein ernstes Thema.
Artikel aus der SSO-Patientenzeitung, 3/07 (PDF-Datei, 529 KB)

Auch für Kinderbehandlungen

Kinderbehandlung mit Lachgas

Kleine Patienten - grosse Angst: Mit Lachgas geht es besser

Behandlungsunwillige Kinder stellen ihre Eltern und den behandelnden Zahnarzt immer wieder vor grosse Probleme: Wenn schon viele Erwachsene wider besseres Wissen aus Angst notwendige Zahnarzttermine vermeiden, wie soll man da bei einem Kind mit einem Appell an die Vernunft Erfolg haben?

Lachgas ist ein bewährtes Hilfsmittel zur Behandlung ängstlicher Kinder. Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind in der Lage ist, bewusst durch die Nase zu atmen (ab ca. 6-7 Jahren) und die Nase frei durchgängig ist. Eine gewisse Einsicht in die Notwendigkeit einer zahnärztlichen Behandlung sollte ebenfalls vorhanden sein. Durch die beruhigende und angstabbauende Wirkung des Lachgases können viele Kinder ruhig behandelt werden, die eine zahnärztliche Behandlung sonst nur mit Mühe ertragen. Auch ermöglicht die entspannte Behandlungssituation eine sorgfältigere Ausführung von Füllungen etc. als dies unter normalen Bedingungen (ständiges Schliessen des Mundes, Schlucken, Würgereiz) der Fall wäre.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Lachgas-Analgesie ist eine extrem sichere Methode: Bei Millionen von dokumentierten Anwendungen in den USA, wo etwa 50% aller Zahnärzte mit Lachgas arbeiten, ist es zu keinem einzigen ernsten Zwischenfall gekommen. Nicht geeignet ist das Verfahren allerdings für Patienten mit behinderter Nasenatmung, Kinder unter drei Jahren oder hochgradig geistig Behinderte, die nicht bewusst durch die Nase atmen können. Als Nebenwirkung kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit oder Erbrechen kommen. In unserer Praxis werden Lachgasbehandlungen unter pulsoxymetrischer Überwachung durchgeführt. Dabei misst ein Fingersensor ständig die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung im Blut des Patienten, was ein zusätzliches Plus an Sicherheit bedeutet.

Fragen und Antworten zu Lachgas

Können alle Patienten mit Lachgas behandelt werden?
Medizinische Gegenanzeigen gegen die kontrollierte Anwendung von Lachgas gibt es kaum, auch sind keine Allergien bekannt. Während der Schwangerschaft sollte man allerdings nach heutigen Erkenntnissen besser auf Lachgas verzichten. Ebenfalls ungeeignet sind Patienten, deren Nasenwege nicht frei sind, sowie geistig schwer Behinderte, die nicht bewusst durch die Nase atmen können.
Wirkt Lachgas bei allen Angstpatienten?
Bei über 80% aller Angstpatienten kommt es unter Inhalation von Lachgas zu einem deutlich spürbaren Angstabbau. Weniger gut geeignet ist die Methode bei Klaustrophobie (Platzangst oder Raumangst), da die Nasenmaske vom Klaustrophobiker oft als einengend empfunden wird. Manche Patienten haben auch Mühe, ein Stück ihrer Selbstkontrolle aufzugeben. Bei solchen Patienten weichen wir entweder auf andere Beruhigungsmittel aus oder setzen diese kombiniert mit Lachgas ein.
Wie kann man herausfinden, ob bei mir Lachgas gut wirkt?
Routinemässig führen wir bei unseren Dentophobie-Patienten vor der eigentlichen Behandlung einen Lachgas-Test durch. Dank unserer grossen Erfahrung mit der Methode wissen wir innert weniger Minuten, ob eine Behandlung mit Lachgas zweckmässig ist.
Kann ich nach einer Behandlung mit Lachgas alleine nach Hause zurückkehren?
Ja. Im Gegensatz zu den als Tabletten oder Spritze verabreichten Beruhigungsmitteln, die mehr oder weniger lang im Körper verbleiben und nachwirken, wird das Lachgas innert weniger Minuten durch die Atemluft restlos aus dem Körper eliminiert. In den USA, wo Lachgas millionenfach für zahnärztliche Behandlungen angewendet wird, erlaubt man den Patienten sogar ausdrücklich, mit dem eigenen Auto heimzufahren. Wir empfehlen unseren Patienten aus Vorsichtsgründen die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel.
Mein Kind verweigert die zahnärztliche Behandlung. Kann Lachgas helfen?
Lachgas hilft nur in solchen Fällen, in denen eine gewisse Einsicht des Kindes in die Notwendigkeit der Behandlung vorhanden ist. Bei "Totalverweigerern" darf man von Lachgas und anderen Beruhigungsmitteln keine Wunder erwarten. Hier hilft oftmals nur die Vollnarkose. Allerdings führen wir aus Kapazitätsgründen in unserer Praxis keine Milchzahnsanierungen in Vollnarkose durch.

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Andere Sedierungsverfahren

Verschiedene Beruhigungsmittel

Sedativa

Es gibt zahlreiche Medikamente, die, oral (Tabletten, Tropfen) oder als Injektion verabreicht, einen ausgeprägten beruhigenden (sedierenden) Effekt haben. Heute kommen hauptsächlich Wirkstoffe aus der Gruppe der sogenannten "Benzodiazepine" (z.B. Valium®, Dormicum®) in Frage.

Die Steuerbarkeit der medikamentösen Sedierung ist zuweilen schwierig, da die individuelle Dosis höchst unterschiedlich sein kann. So benötigen manche Patienten zur Erreichung eines entspannten Zustands Dosierungen, die bei anderen bereits zu narkoseähnlichem Tiefschlaf führen würden. Im Gegensatz zur Lachgasanalgesie hält die medikamentöse Sedierung meist wesentlich länger an, als die zahnärztliche Behandlung dauert. Der Patient kann also die Praxis nicht alleine verlassen, sondern benötigt eine Begleitperson.

In unserer Praxis wenden wir die medikamentöse Sedierung hauptsächlich bei behandlungsunwilligen Kindern sowie bei solchen Patienten an, bei denen Lachgas allein nicht ausreichend wirksam ist.

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Vollnarkose

Die von uns angewandten und in diesem Abschnitt beschriebenen Methoden zur Überwindung der Zahnarztangst sind erprobt und äusserst erfolgreich. Dennoch gibt es Patienten, die von ihrer Behandlung rein gar nichts mitbekommen möchten und eine Narkosebehandlung wünschen. Daher erhalten Sie hier auf Wunsch auch ausführliche Informationen über die Behandlung in Vollnarkose

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