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Zahnimplantate: Diabetes und Osteoporose sind keine Kontraindikationen
Pfeiler aus Titan werden heute auch Patienten mit Osteoporose oder Diabetes eingepflanzt, die Risiken einer Implantation bei solchen Erkrankungen sind heute kalkulierbar und können bei der Behandlung berücksichtigt werden.
Bei Frauen sinkt nach den Wechseljahren mit dem Östrogenspiegel auch zumeist die Knochendichte, vor allem in der Wirbelsäule und den großen Röhrenknochen. Eine US-Studie aus dem Jahr 2002 zeigt beispielsweise, dass bei postmenopausalen Frauen die Verlustrate von Implantaten mit 13,6 Prozent signifikant höher lag als bei Frauen vor den Wechseljahren (6,3%). Bei postmenopausalen Frauen, die mit Hormonen behandelt wurden, lag die Verlustrate bei 8,1 Prozent.
Osteoporose: Das Implantatbett gut vorbereiten
Allerdings lässt die
Bestimmung der Knochendichte etwa an den Armknochen kaum Rückschlüsse auf
die Knochenqualität der Kiefer zu, wie andere Studien belegen. Entscheidend
sind vielmehr die lokalen Verhältnisse am Ort der Implantation - und die
lassen sich erst beim Eingriff korrekt beurteilen. "Wir wissen aber"
,
erklärt Professor Henning Schliephake von der Klinik für MKG-Chirurgie der
Universität Göttingen, "unter welchen Umständen wir bei Patientinnen und
Patienten mit Osteoporose heute implantieren können. Wenn wir chirurgisch
anders vorgehen, das Implantatlager anders aufbereiten, auf die schlechtere
Knochenstruktur Rücksicht nehmen und den strukturschwachen Knochen
verdichten, kann dies die Prognose deutlich verbessern."
Diabetes: Implantation unter Antibiotika
Auch ein Diabetes mellitus ist heute grundsätzlich keine Kontraindikation mehr. Zwar verursacht die chronische Erhöhung der Blutzuckerwerte krankhafte Veränderungen der Blutgefäßwände, was zu einer schlechteren Blutversorgung der Gewebe führt und darum deren Regenerationsfähigkeit beeinträchtigt. Auch Wundheilungsstörungen können bei Diabetikern vorkommen. Ursache sind Störungen der unspezifischen Infektabwehr. Bei Untersuchungen mit diabetischen Ratten und Mäusen ist daher entsprechend der Kontakt zwischen Knochen und Implantat beeinträchtigt.
Doch die meisten klinischen Untersuchungen kommen mit wenigen Ausnahmen zu
anderen Resultaten: Die Verlustraten binnen fünf Jahren liegen bei
Diabetikern zwischen vier und sieben Prozent. Schliephake: "Die
Therapiesicherheit gleicht der bei gesunden Patienten, wenn eine
perioperative Antibiotikabehandlung durchgeführt wird."
Denn auch dies
zeigen Untersuchungen: Ohne Antibiotikum und Chlorhexidinspülung liegen die
Verlustraten bei Diabetikern deutlich über jenen gesunder Menschen. Werden
die Diabetiker entsprechend behandelt, sind die Resultate genau so gut wie
bei Gesunden. "Wenn der Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist, spricht
nichts gegen eine Implantation,"
resümmiert Schliephake.
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Quelle: Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich